Binationale Familien in der Beratung
Die Zahl binationaler Verbindungen wächst beständig. Gegenwärtig steht bei knapp 15 % der jährlichen Eheschließungen bundesweit ein binationales Paar vor dem Standesbeamten .In Krisensituationen, bei Trennung und Scheidung finden binationale Paare zunehmend auch den Weg zur Beratung. Der Begriff "binational" fasst eine sehr heterogene Personengruppe zusammen, für die dennoch - als Gruppe be-trachtet - eine Reihe von spezifischen Merkmalen und Besonderheiten benannt werden können, vor al-lem: rechtliche Aspekte, gesellschaftlicher und sozialer Kontext, Migrationssituation eines Partners, inter-kulturelle Unterschiede bzgl. Familie, Partnerschaft, Kinder.
In der Arbeit mit konkreten Familien kann das Hintergrundwissen ein Orientierungsrahmen für ein besse-res Fallverständnis sein, eine Hilfestellung, die individuellen Themen und Bedürfnisse der Beteiligten besser erkennen und verstehen zu können. Genauer beleuchtet wird auch das für binationale und Migrantenfamilien in Krisensituationen spezifische Problem der Angst vor einer Kindesentführung.