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Fachkongress 10/2005

Spannungsfeld - Vorurteil und Verständnis
Interkulturelle Beratung und Therapie von Kindern, Jugendlichen und deren Familien

05. - 07. Oktober 2005 in Bremen


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Zur Person:
Arbeitsgruppe:
Olaf Emig

57 J., verheiratet, 2 Kinder, berufl. Tätigkeit: Seemann, Erzieher, Sozialarbeiter, Diplom-Kriminologe, Berufsfeld: Jugenddelinquenz & Interkulturalität, Zusatzstudium FH Lüneburg: Sozialarbeit mit ausländi-schen Familien, UNI Hamburg: Migrationssoziologie, Lehrauftrag in Kriminologie Hochschule Bremen, Mitglied Kuratorium Kinderschutzbund Bremen

Auswirkungen von Migration und Armut auf Kinder und Jugendliche - Aufgaben des Kinderschutzes

Ausländer zeigen in Deutschland das deutlichste Armutsrisiko sowohl bezogen auf die Sozialhilfequote als auch in Bezug auf einkommensbasierte Armutsmaße. Die alters- und geschlechtsspezifische Auswer-tung der Ergebnisse der Sozialhilfestatistik hat die Staatsangehörigkeit als Unterscheidungsmerkmal bisher unberücksichtigt gelassen. Auch wenn die folgenden Differenzierungen der Ergebnisse der Sozial-hilfestatistik nach Staatsangehörigkeit (Deutsch /Nichtdeutsch) aktuell von besonderer Brisanz sein dürf-ten und missbraucht werden könnten (Stichworte: "Zuwanderung in soziale Sicherungssysteme", "nütz-liche und nicht nützliche Ausländer/innen"), sollen sie an dieser Stelle nicht ausgeblendet bleiben. Wäh-rend die Sozialhilfedichte durchschnittlich bei 91 von 1000 liegt, beträgt sie bei Nichtdeutschen 225 von 1000. Anders ausgedrückt: Der Anteil der Sozialhilfeempfänger bei der ausländischen Bevölkerung (ohne Asylbewerber) beträgt 30,6% bei einem Bevölkerungsanteil von 12,3 %. Die Sozialhilfedichte bei auslän-dischen Kindern (unter 18 Jahre) lag bei 366 von 1000 Einwohnern. Die Sozialhilfedichte bei den deut-schen Kinder betrug hingegen 169 von 1000 Einwohnern. Zwischen Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern und Jugendlichen einerseits und der sozialen Lage der Familien andererseits besteht eine enge Beziehung. Der 11. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung, der im Jahr 2002 vorgelegt wurde, stellt fest: "Bei der Kindesvernachlässigung steht die ökonomische Lage der Familien in der Re-gel im Vordergrund. Vernachlässigte Kinder stammen überwiegend - nach Schätzungen bis zu 90 % - aus Familien, die arm sind, am Rande der Gesellschaft leben und unter vielfältigen sozialen Belastungen stehen." Genau in diesen Familien findet auch der weit überwiegende Teil der festgestellten Kindesmiss-handlungen statt. Soweit die Empirie und offiziellen Verlautbarungen. Wie können schöpferische Potentiale bei den Familien genutzt und welche Hilfe und Unterstützersysteme müssen entwickelt werden?

Zur Tagungsvorbereitung:
  • Armut in Bremen. Bericht 2003. Arbeitnehmerkammer Bremen. www.arbeitnehmerkammer.de
  • Olaf Emig: Kinderarmut in Bremen. - Eine Analyse auf der Basis von Sozialhilfedaten und Aussagen des 11. Kinder- und Jugendberichts der Bundesregierung. Kinderschutzbund Landesverband Bremen.
  • 11. Kinder- und Jugendbericht. www.bmfsfj.de/Politikbereiche/kinder-und-jugend