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Fachkongress 10/2005

Spannungsfeld - Vorurteil und Verständnis
Interkulturelle Beratung und Therapie von Kindern, Jugendlichen und deren Familien

05. - 07. Oktober 2005 in Bremen


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Zur Person:
Vortrag:
Prof. Dr. Joachim Gardemann

Jahrgang 1955, Kinderarzt und Gesundheitswissenschaftler, seit 1997 lehrt er an der Fachhochschule Münster, seit 2001 leitet er dort das Kompetenzzentrum für Humanitäre Hilfe, Hilfseinsätze mit dem Ro-ten Kreuz führten ihn mehrfach nach Tansania, nach Mazedonien, in den Iran und den Sudan sowie nach Sri Lanka, seine Lehrtätigkeit daneben auch nach Serbien und in die Mongolei

Kinder unterwegs - zur gesundheitlichen Situation von Kindern mit Migrationshintergrund

Ein erheblicher Anteil der etwa sieben Millionen Migrantinnen und Migranten in Deutschland sind Kinder und Jugendliche. So leben schon alleine inmitten der Flüchtlingsbevölkerung der Bundesrepublik mehre-re hunderttausend Kinder. Entweder haben sie ihre Eltern in die Emigration begleitet oder wurden schon am Zufluchtsort Deutschland geboren. Schwerwiegende und nachhaltig wirksame gesundheitliche Beein-trächtigungen ziehen sich diese Kriegs- und Flüchtlingskinder dabei entweder aufgrund eigener Trauma-tisierung im Herkunftsland zu oder mittelbar über die traumatischen Erfahrungen der älteren Familienmit-glieder. Schätzungen gehen daneben von fünftausend bis zehntausend gänzlich unbegleiteten minder-jährigen Flüchtlingen in Deutschland aus. Aufgrund ihrer jeweiligen Lebensgeschichte und aufgrund ihrer aktuellen Lebensumstände sind in dieser Gruppe von Kindern erhöhte gesundheitliche Risiken und eine geringere Inanspruchnahme von Angeboten der Prävention und Gesundheitshilfe anzunehmen. Aber auch ohne Fluchthintergrund zählen erhebliche Teile der zugewanderten Bevölkerung zu der Gruppe mit einem geringen sozialen Status, sie verfügen durchschnittlich über ein geringeres Einkommen, sie sind in wesentlich stärkerem Maße an Arbeitsplätzen mit belastenden Arbeitsbedingungen beschäftigt, sie sind erheblich stärker als Deutsche von Arbeitslosigkeit betroffen, ihr rechtlicher Status als Ausländer zieht oft eine subjektive Rechtsunsicherheit nach sich. Sozialepidemiologische Daten zeigen auch für die Kinder und Jugendlichen mit so geprägtem Migrationshintergrund höhere gesundheitliche Risiken und eine schlechtere gesundheitliche Versorgung.