Vortrag: Psychologische Beratung mit den neuen Informationstechnologien
Nach einer Vorbereitungsphase von einem Jahr startete Beratung & Lebenshilfe e.V. im Sommer 2000 ein Bundesmodellprojekt im Bereich der Onlineberatung, gefördert durch die Stiftung Deutsche Jugendmarke und das Land Brandenburg. Mit bis zu acht Mitarbeitern wurde auf der Plattform von das-beratungsnetz.de, das die Mitarbeiter maßgeblich inhaltlich mitentwickelt hatten, seitdem das Beratungsangebot im Internet mit Schwerpunkt KJHG aufgebaut und die Erfahrungen wissenschaftlich evaluiert. Ein echtes Novum in den mehr als 4000 Beratungskontakten war von Beginn an der Online-Zweier-Chat, neben den Angeboten des Gruppenchats und der Emailberatung.
Zeit stellten die Mitarbeiter, die allesamt ausgewiesene Fachkräfte aus der Erziehungs-Familienberatung sind, fest, dass die Onlineberatung ein außerordentlich effizientes Werkzeug in der Ergänzung anderer Beratungsangebote darstellt und Problemgruppen erreicht, die selten den Weg in eine Beratungsstelle finden. Über 90 Prozent der Kontakte erwiesen sich dabei als leistungsberechtigt nach dem KJHG. Auch die Frage nach schriftorientiertem Kontakt versus Face2face-Kontakt zeigte sich schnell als umsetzbar. Alle Mitarbeiter stellten übereinstimmend fest, dass Onlineberatung effizient umsetzbar ist, und in nie gekannter Niedrigschwelligkeit sofort von Jugendlichen und Jungen Erwachsenen als Medium angenommen wurde und frühzeitige Beratung ermöglicht. Dass Onlineberatung als ergänzendes Angebot im Beratungsspektrum nach KJHG seinen Platz hat, zeigt auch die wissenschaftliche Evaluation, die - finanziert durch das Bundesministerium - von der Universität Potsdam durchgeführt wurde.
Die breite Plattform, wie sie mit das-beratungsnetz.de entwickelt wurde, entspricht dabei einem gemeinwesenorientierten Ansatz, bei dem viele verschiedene Fachgruppen der Beratungsarbeit gemeinsam ein Angebot unter Einbehaltung aller fachlichen Standards gewährleisten.