Prof. Dr. Matthias Petzold
Dipl.-Psych., Dr. phil., apl. Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, seit 1999 eigene Praxis für Ange-wandte Familienpsychologie in Köln; Arbeitsschwerpunkte: Familienentwicklung, Trennung und Scheidung, Gutachten und Familienberatung; Mediennutzung in der Familie
|
Medieneinsatz in der Jugend- und Familienhilfe
Familien sind heute mehr und mehr den unterschiedlichsten Medien ausgeliefert. Der Fernseher ist Familienmittel-punkt, verliert diese Position aber nach und nach. In den letzten Jahren sind noch zahlreiche neue Medien in der Fa-milie dazu gekommen. Das Telefon ist die entscheidende Kommunikationsschnittstelle, heute oft auch als Mobiltele-fon, dabei spielt der SMS-Service eine große Rolle. Auch zur Entspannung wird auf Medien zurückgegriffen (Musik, Zeitschriften, Computerspiele). Erziehungsprobleme in der Familie werden häufig durch problematische Mediennut-zung potenziert. Vielfach sind die Medien kompetent in den Familienalltag integriert, es mehren sich aber auch die Fragen zum Umgang mit ihnen. Hinzu kommt, dass Kommunikation oft nicht mehr in und mit der Familie stattfindet. Stattdessen sitzt jedes Familienmitglied vor der eigenen Mattscheibe. Und selten ist gemeinsames Medienerleben Teil des Familienalltags. Viele Familien brauchen daher Hilfestellungen in der Förderung eigener Medienkompetenz. Sozi-alpädagogische Arbeit mit Familien muss aber nicht nur Probleme im Umgang mit diesen neuen Medien beachten, sondern kann diese Medien auch selbst als Instrument der eigenen Arbeit mit bzw. in Familien nutzen.
|