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Fachkongress 10/2003

Beziehungshungrig und grenzenlos -
Sexuell aggressive Jungen zwischen Hilfe und Sanktion

München: 9. - 10. Oktober 2003


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Zur Person:
Abstract:
Ralph Kortewille

Dipl.-Psychologe, Mitarbeiter im Kinderschutz-Zentrum Kiel; verheiratet, ein Kind

Kolloquium: Aggressivität als Stabilisierung- Einzeltherapie mit sexuell aggressiven Jungen bis 14 Jahren

Aggressivität bei Jungen, die traumatisierende Erfahrungen gemacht haben, kann als eine innerpsychische Stabilisierung funktionieren. Wenn er sich aggressiv-grenzverletzend verhält, erlebt sich der Junge als machtvoll. Damit versucht er die tief empfundene innere Wertlosigkeit auszugleichen. Die Ziele von Therapie mit grenzverletzenden Jungen müssen sich aber am Opferschutz orientieren. Daher ist es unabdingbar, das der Therapeut die Grenzverletzungen des Jungen bewertet und darauf hinwirkt, selbstkontrolliertes und respektvolles Verhalten zu etablieren. Auch wenn die Begrenzung des grenzverletzenden Verhaltens oberste Priorität hat, kann aber die Bewertung und Konfrontation der Handlungen erst der zweite Schritt in einer Therapie sein. Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass Jungen mit aggressiven Verhaltensauffälligkeiten, sich oft fundamental abgewiesen fühlen. Um einen Zugang zu ihnen zu bekommen, ist es daher notwendig, sich ihnen in Wahrhaftigkeit zu nähern und so eine aufrichtige Beziehung entstehen zu lassen. Sie allein kann eine tragenden nachhaltige Verhaltensveränderung erreichbar machen. Hier ist das Verständnis für den Mechanismus der Symptombildung als Stabilisierung seitens des Therapeuten eine Hilfe. Entscheidend für ein Gelingen der Therapie sind auch der ehrliche Umgang, mit den im Klientenkontakt ausgelösten Gefühlen und die Analyse des Themas Aggression im Kontext der eigenen Lebensgeschichte und beruflichen Erfahrungen des Therapeuten.