| Fachkongress 5/2007
Kindeswohlgefährdung durch sexuelle Gewalt
Fallverstehen, Schutzauftrag und interdisziplinäres Zusammenwirken
15. - 16. Mai 2007 in Mainz
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Zur Person:
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Abstract: |
Prof. Dr. Harry Dettenborn
Diplom-Psychologe, Praxis für Gerichtspsychologie, Geschäftsführer am Institut Gericht & Familie Service GbR Berlin.
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Vortrag: Entscheiden bei Missbrauchsverdacht - Risiken und Fehlerquellen
Die Notwendigkeit, bei Missbrauchsverdacht ohne hinreichende Information und unter Zeitdruck entscheiden zu müssen, bedeutet Zwang zu riskantem Verhalten und erhöht die Anfälligkeit für fehlerhafte Informationssuche und -verarbeitung. Deshalb muss die Risikoanalyse selbstverständlicher Teil des Entscheidungsprozesses sein. Es werden die beiden Grundformen der Risikoentscheidung sowie ihre entscheidungspsychologischen Merkmale (Nutzen, Schaden, Eintrittswahrscheinlichkeit) vorgestellt und die entsprechenden Aspekte von Kindeswohlgefährdung zugeordnet. In diesem Rahmen werden einige Faktoren analysiert, die die Wahrscheinlichkeit von Fehlentscheidungen mitbestimmen (Qualität der Informationen, Verkennung des Risikocharakters, Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit von Ereignissen, Scheinalternative "Wahrheitsfindung oder Kindeswohl?") Abschließend werden einige Auswege diskutiert, z. B. die Pflicht zur Hypothesenbildung, die Vermeidung von Selbstbestätigungskreisläufen, die differenzierte Nutzung des Gruppenvorteils, die Differenzierung der Verdachtsbasis.
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