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Fachkongress 9/2005

Kinder und Jugendliche mit sexuell grenzverletzendem Verhalten
Prävention, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten

22. - 23. September 2005 in Kiel


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Zur Person:
Kolloquium:
Monika Egli-Alge

Rechtspsychologin lic. phil. FSP/SGRP, Präsidentin EFCAP-SCHWEIZ, Geschäftsführerin Forensisches Institut Ostschweiz, Paar- und Familientherapeutin, Gruppenpsychotherapeutin, Tätertherapeutin, langjährige leitende Psychologin am Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst Thurgau Schweiz, Lehr- und Publikationstätigkeit,
www.forio.ch

Instrumente zur Begutachtung von sexuell grenzverletzenden Jugendlichen

ERASOR, Skala zur Einschätzung des Rückfallrisikos bei jugendlichen Sexualstraftätern, J. R. Worling & T. Curven, deutsche Übersetzung M. Schmelzle 2003.
Diese "Skala zur Einschätzung des Rückfallrisikos bei jugendlichen Sexualstraftätern" ist die deutsche Übersetzung einer empirisch abgestützten Methode zur Einschätzung des Wiederholungsrisikos für eine Sexualstraftat bei Jugendlichen mit einem aktuellen Alter zwischen 12 und 18 Jahren, die bereits eine Sexualstraftat, beziehungsweise sexuelle Übergriffe begangen haben.
Unter der im Augenblick geltenden Voraussetzung, dass es keine empirische Basis für einen spezifischen Algorithmus zur Bewertung und Kombination der für die Vorhersage von sexuellen Wiederholungsstraftaten geltenden Risikofaktoren gibt, kann eine solche Einteilung in Risikokategorien (hier: "niedrig", "mittel" und "hoch") nicht ohne eine klinische Einschätzung erfolgen. Es wird davon ausgegangen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Zahl von zutreffenden Hochrisikofaktoren und der Risikoeinschätzung in dem Sinne gibt, dass eine größere Zahl von zutreffenden Hochrisikofaktoren ein höheres Risiko vermuten lässt. Jedoch wird die endgültige Entscheidung mehr von der Kombination der Faktoren als von der bloßen Zahl abhängen. Weiterhin ist es möglich, dass das Vorhandensein eines einzigen Risikofaktors - zum Beispiel wenn der Jugendliche seine Absicht, wieder Übergriffe zu begehen äußert - ein hohes Risiko anzeigt.
A.S.A.P, Adolescent Sex Offender Assessment Pack, Forschungsversion 2003 (Beech, Beckett, Schmelzle, Egli-Alge), bestehend aus 9 Persönlichkeitsfragebögen zu Self Esteem, Emotional Loneliness, Locus of Controll, Self Assertiveness, Anger-Management, General Empathy, Einstellungen zur kindlichen Sexualität etc..
Das Adolescent Sex Offender Assessment Pack ist eine standardisierte Zusammenstellung von Fragebögen zur gezielten Beurteilung Jugendlicher, die sexuelle Übergriffe begangen haben (sowohl Kindmissbraucher als auch Vergewaltiger/Missbraucher von Gleichaltrigen), wobei im weitesten Sinn Aspekte sozialer Funktionen wie auch deliktbezogene Probleme erhoben werden. Das Fragebogenpaket darf aufgrund der besonderen Problematik nur von Personen, die in der Auswertung und Interpretation des Pakets ausgebildet sind, Anwendung finden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Fragebogenpaket nur erprobt für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Das A.S.A.P. ermöglicht einen einzigartigen Zugang zu Gedanken, Gefühlen und Einstellungen dieser Gruppe von Jugendlichen vor und nach der Behandlung.

Zur Tagungsvorbereitung:
  • Schmelzle M., Egli-Alge M., Bullens R. : Halbstrukturiertes Interview zur Exploration jugendlicher Sexualdelinquenten. In: Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, Werkstattschriften 2/2001, Pabst Science Publishers, Lengerich, Berlin, Riga, Rom, Wien, Zagreb. 2001
  • Schmucker M.: Kann Therapie Rückfälle verhindern? Metaanalytische Befunde zur Wirksamkeit der Sexualstraftäterbehandlung. Studien und Materialien zum Maßregelvollzug. Herausgegeben von Friedrich Lösel, Gerhard Rehn und Michael Walter. Band 22. Centaurus Verlag Herbolzheim 2004
  • Venzlaff U., Foerster K.: Psychiatrische Begutachtung. Urban & Fischer Verlag, München-Jena. 2000
  • Westhoff K., Kluck M.-L.: Psychologische Gutachten. Springer, Berlin, Heidelberg. 2003;
    Worling J.R.: Personality-Based Typology of Adolescent Male Sexoffenders: Differences in Recidivism Rates, Victim-Selection Characteristics and Personal Victimisation Histories. In: Sexual Abuse: A Journal of Research and Treatment. Vol 13, Nr. 3, 2001. pp 149-166