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Fachkongress 9/2005

Kinder und Jugendliche mit sexuell grenzverletzendem Verhalten
Prävention, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten

22. - 23. September 2005 in Kiel


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Zu den Personen:
Kolloquium:
Agnes Reuter

geb. 1964, Dipl. Sonderpädagogin, stellv. Leiterin des EJF-Lazarus Kinder- und Jugendhilfeverbund-Süd, zuvor langjährige Mitarbeiterin der Therapeutischen Mädchenwohngruppe Myrrha im Gruppendienst, später in der Bereichsleitung

Dorothea Zimmermann

Kinder- und Jugendtherapeutin, Traumatherapieausbildung am Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer, seit 15 Jahren bei Wildwasser Berlin e.V., Fortbildungstätigkeit mit Schwerpunkt Frauen und Mädchen als Täterinnen (sexueller) Gewalt, Kinder und häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch

Mädchen und sexuelle Grenzverletzung

Jugendliche Mädchen werden in steigendem Maße als gewalttätig wahrgenommen. Die Gewaltformen, die sie anwenden, sind vielfältig, so wie auch das Umfeld, in dem sie diese Gewalt ausüben. Bei genauerer Analyse ist festzustellen, dass auch beim Mädchen die Gewalt häufig sexualisiert wird. Trotzdem dies z.T. von den Opfern formuliert wird, scheint es eine gesellschaftliche und individuelle Wahrnehmungsblockade zu geben, dies auch so zu benennen und dem im zweiten Schritt konzeptionell zu begegnen. Dabei wurde in der Forschung eindeutig festgestellt, dass gerade bei sexuell gewalttätigen Frauen sich dieses Verhalten sehr früh, am Anfang des Jugendalters, gezeigt hat.
Die Einrichtungen der Jugendhilfe, sowohl im stationären, wie auch im ambulanten Bereich, sind im besonderen Maße gefordert, sich dieser Entwicklung zu stellen und Konzepte zu entwickeln, wie mit diesen Mädchen gearbeitet werden kann, um eine manifeste Etablierung des (sexuell) übergriffigen Verhaltens zu verhindern.
Aus der Praxis der beiden Referentinnen in einer Krisenwohnung und einer therapeutischen Langzeit-WG werden Mädchen beispielhaft vorgestellt und die Konzepte, die die Grundlage für die Arbeit mit ihnen bilden, erörtert.