zurück zur Homepage
Wir über uns
Adressen der Kinderschutz-Zentren
Kinderschutzforum
Fortbildungen, Tagungen, Kurse
Diskussionsforen
Projekte
News
Kampagne
Tips für Eltern
Tips für Kids
Informationen/Veröffentlichungen
Wir tun was


Fachkongress 9/2005

Kinder und Jugendliche mit sexuell grenzverletzendem Verhalten
Prävention, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten

22. - 23. September 2005 in Kiel


-zurück zum Programm- -zurück zu Tagungen-
Zur Person:
Vortrag:
Monika Egli-Alge

Rechtspsychologin lic. phil. FSP/SGRP, Präsidentin EFCAP-SCHWEIZ, Geschäftsführerin Forensisches Institut Ostschweiz, Paar- und Familientherapeutin, Gruppenpsychotherapeutin, Tätertherapeutin, langjährige leitende Psychologin am Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst Thurgau Schweiz, Lehr- und Publikationstätigkeit,
www.forio.ch

Jugendliche sexuelle Misshandler ? was nun?

In den meisten europäischen Ländern werden etwa 15% aller Sexualdelikte von Jugendlichen begangen. Etwa 50% aller Erwachsenen Missbraucher geben zu, ihr erstes Sexualdelikt in der Adoleszenz begangen zu haben. Die früher verbreitete These, dass jugendliche sexuelle Misshandler nur experimentieren oder dass es sich um Gelegenheitsmissbrauchs handelt, gehört der Vergangenheit an. Es gibt somit einen gewissen Prozentsatz von jugendlichen Sexualdelinquenten, die am Anfang einer Karriere als sexuelle Misshandler stehen. Zudem ist bei jugendlichen Sexualdelinquenten das Risiko für Gewalt- und Eigentumsdelikte erhöht.
Die Erfahrung der letzten Jahre, sowie neuere wissenschaftliche Untersuchungen (Hanson et al 2002, 2004) zeigen, dass kognitiv - verhaltenstherapeutische, deliktorientiert und gruppenpsychotherapeutische Behandlungen den besten Erfolg, das bedeutet die kleinste Rückfallrate, versprechen. Bisherige Untersuchungen zeigen den Erfolg dieser Konzepte, langjährige Verlaufskontrollen zum Rückfallrisiko müssen weitere Aufschlüsse geben. Von großer Bedeutung für das Behandlungskonzept ist die Tatsache, dass sexuelle Misshandler nur ungern an einer solchen Behandlung teilnehmen, selbst wenn sie spüren, dass sie davon profitieren. Die Konfrontation mit den eigenen "schlechten" Seiten und Handlungen kann nicht ausbleiben und führt in der Regel zum Therapieabbruch, es sei denn, negative Konsequenzen verhindern dies. Die Arbeit mit Misshandlern, die ihren Opfern massiv geschadet haben, ihnen ein hohes Risiko zugemutet haben, kann - auch wenn es Jugendliche sind - nicht ohne ein gewisses Maß an Zwang und Konfrontation durchgeführt werden. Hauptziel der Behandlung ist das Reduzieren von Rückfällen und somit Opferschutz und Prävention.

Zur Tagungsvorbereitung:
  • Egli-Alge M.: Am Anfang kommt keiner gern - Motivationsarbeit in der Tätertherapie. Kongressband "Therapie unter Zwang", internationales Symposium, Universität Lübeck, Hrsg.: Schmelzle M.; Pabst Science Publishers, Lengerich, Berlin, Riga, Rom, Wien, Zagreb. 2002
  • American Academy of Child and Adolescent Psychiatry (AACAP): Practice Parameters for the Assessment and Treatment of Children and Adolescents Who are Sexually Abusive of Others, Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry 38 (12), Supplement, 55S-76S (1999)