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Fachkongress 8/2006

Kinder und Jugendliche mit sexuell grenzverletzendem Verhalten
- Gefährlich oder gefährdet?

24. - 25. August 2006 in Wuppertal


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Zur Person:
Vortrag:
Monika Egli-Alge

Forensische Psychologin FSP/SGRP, Geschäftsführerin Forensisches Institut Ostschweiz; CH-8500 Frauenfeld (www.forio.ch), Ausbildung zur Paar- und Familientherapeutin und systemischen Supervisorin, Weiterbildung als Gruppenpsychotherapeutin und in der Behandlung jugendlicher Sexualdelinquenten, Lehrtätigkeit, Coaching und diverse Publikationen im Bereich Jugendforensik, Präsidentin EFCAP-SCHWEIZ

Therapeutische Arbeit mit sexuell grenzverletzenden Kindern und Jugendlichen

In den meisten europäischen Ländern werden etwa 15% aller Sexualdelikte von Jugendlichen begangen. Etwa 50% aller erwachsenen Missbraucher geben zu, ihr erstes Sexualdelikt in der Adoleszenz begangen zu haben. Die früher verbreitete These, dass jugendliche sexuelle Misshandler nur experimentieren oder dass es sich um Gelegenheitsmissbräuche handelt, gehört der Vergangenheit an. Es gibt somit einen gewissen Prozentsatz von jugendlichen Sexualdelinquenten, die am Anfang einer Karriere als sexuelle Misshandler stehen. Zudem ist bei jugendlichen Sexualdelinquenten das Risiko für Gewalt- und Eigentumsdelikte erhöht.
Die Erfahrung der letzten Jahre, sowie neuere wissenschaftliche Untersuchungen (Hanson et al 2002, 2004) zeigen, dass kognitiv-verhaltenstherapeutische, deliktorientiert und gruppenpsychotherapeutische Behandlungen den besten Erfolg, das bedeutet die kleinste Rückfallrate, versprechen. Bisherige Untersuchungen zeigen den Erfolg dieser Konzepte, langjährige Verlaufskontrollen zum Rückfallrisiko müssen weitere Aufschlüsse geben. Von grosser Bedeutung für das Behandlungskonzept ist die Tatsache, dass sexuelle Misshandler nur ungern an einer solchen Behandlung teilnehmen, selbst wenn sie spüren, dass sie davon profitieren. Die Konfrontation mit den eigenen "schlechten" Seiten und Handlungen kann nicht ausbleiben und führt in der Regel zum Therapieabbruch, es sei denn, negative Konsequenzen verhindern dies. Die Arbeit mit Misshandlern, die ihren Opfern massiv geschadet haben, ihnen ein hohes Risiko zugemutet haben, kann - auch wenn es Jugendliche sind - nicht ohne ein gewisses Maß an Zwang und Konfrontation durchgeführt werden. Hauptziel der Behandlung ist das Reduzieren von Rückfällen und somit Opferschutz und Prävention.