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Fachkongress 10/2005

Entwicklungspotentiale in schweren Familienkrisen
Kontakt halten, Konflikt riskieren, Kompetenzen stärken

25.- 26. Oktober 2005 in Mainz


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Zur Person:
Vortrag:
Dr. Ute Ziegenhain

Leitende Pädagogin und Forschungskoordinatorin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. Arbeitsschwerpunkte: klinische Bindungsforschung, Entwicklung und Evaluierung von Interventionsansätzen/Modellentwicklung an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie

Frühe Beziehungsförderung als präventive Hilfe für Risikofamilien

Eine wachsende Zahl von Forschungsergebnissen verweist auf die Bedeutung der frühen Kindheit, und dabei insbesondere auf die Bedeutung früher Bindungsbeziehungen für die spätere sozial-emotionale Entwicklung. Danach steht sichere Bindung im Zusammenhang mit späterer positiver sozial-emotionaler Entwicklung, unsichere hingegen im Zusammenhang mit ungünstiger Entwicklung. Tatsächlich gilt sichere Bindung als Schutzfaktor, wohingegen insbesondere hochunsichere Bindung als maßgeblicher Risikofaktor für spätere Verhaltensprobleme gilt, und zwar dann, wenn sie in Kumulation und Wechselwirkung mit anderen Risikofaktoren auftritt. Daraus lässt sich die Notwendigkeit früher und präventiver Intervention, insbesondere bei Familien in Risikokonstellationen, ableiten. Gegenwärtige Interventionsansätze für Beratung und Therapie von Eltern mit Säuglingen sind größtenteils bindungstheoretisch konzeptualisiert und beziehungsorientiert. Ziel ist die Förderung elterlichen feinfühligen Verhaltens im Umgang mit dem Kind. Der Erfolg früher und präventiver bindungsorientierter Intervention ist mittlerweile gut belegt. Folgerungen für die Anwendung und nachhaltige Umsetzung von Interventionsansätzen in der Praxis werden diskutiert. Dabei wird insbesondere die spezielle Situation von psychosozial hoch belasteten Familien berücksichtigt, und deren Angewiesenheit auf eine erreichbare Informations- und Beratungsroutine sowie auf eine gut koordinierte interdisziplinäre Zusammenarbeit.