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Fachkongress 6/2006

Riskante Kindheit
Wenn der Anfang schwer ist …
Frühe Hilfen für Familien mit besonderen psychosozialen Belastungen

26. - 27. Juni 2006 in Mainz


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Zur Person:
Abstract:
Korinna Bächer

Ärztin, analytische Kinder- und Jugendlichentherapeutin, seit 1998 als Therapeutin im Kinderschutz-Zentrum Köln tätig. Schwerpunkt: Arbeit mit psychosozial belasteten Familien mit Babys und Kleinkindern

Workshop: Niedrigschwellige Gruppenarbeit für belastete Mütter mit entwicklungsauffälligen Kleinkindern

Wissenschaftliche Forschung und empirische Beobachtung lassen keinen Zweifel daran, dass die Qualität früher Beziehungs- und Lernerfahrungen einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung hat. Hinzu kommt die hohe Bedeutung gelingender früher Kommunikation für die Entwicklung des Familiensystems. So wünschenswert die gegenwärtig überall angestrebte Früherkennung und frühe Prävention von Vernachlässigung und von sich anbahnenden Entwicklungsstörungen auch ist - die Arbeit mit hoch belasteten Familiensystemen und mit bereits auffällig gewordenen Kleinstkindern hat für die Tertiärprävention (Verhütung von Folgeproblemen bzw. -störungen) eine nicht minder hohe Bedeutung. "Gewaltfrei erziehen kann man lernen" - unter diesem Motto entwickelten Mitarbeiter des Kölner Kinderschutz-Zentrums gemeinsam mit Therapeuten des Zentrums für Früherkennung und Frühbehandlung vor einigen Jahren das Modell einer Vormittagsgruppe, in der hochbelastete Mütter mit ihren Kleinkindern (ein bis drei Jahre alt) alltagsnahe pädagogische und therapeutische Hilfe im Rahmen von persönlicher Zuwendung und verbunden mit psychischer und praktischer Entlastung erfahren. Dieser "Spiel-Raum" bietet seit nunmehr über zwei Jahren ein ausbalanciertes therapeutisches Angebot für Mütter, für Kinder und für die Mutter-Kind-Beziehung. Das Modell soll mit seinen Möglichkeiten und Grenzen vorgestellt und diskutiert werden. Mögliche Fragestellungen: Wie kann "Bindungsförderung" praktisch aussehen? Welche Familien können erreicht werden - welche nicht? Wie verträgt sich der Anspruch hoher Fachlichkeit mit der Erwartung, Hilfen "aus einer Hand" zu bekommen? Wie können wir mit wenig zeitlichem Aufwand effektive Kooperationsbeziehungen schaffen? Wie gehen Familien und Mitarbeiter mit dem steigenden Kostendruck um? Und schließlich: wie können traumatisierte Eltern Feinfühligkeit und Empathie lernen?