Arbeitskreis 2: Vernetzung als Methode der Deeskalation - Vermeidung von Elternentfremdung und Kontaktabbruch
Der Cochemer Arbeitskreis Trennung und Scheidung (AKTS) hat einen gemeinsamen Tenor: Die Kooperation der verschiedenen Professionen.
Das bedeutet für alle Beteiligte: Wir haben die Aufgabe, betroffenen Kindern und ihren Eltern Wege zu eröffnen, dass die Bindung an beide Elternteile nach der Trennung erhalten bleibt und situationsgerecht weiterentwickelt wird.
Die Übereinkunft lässt jeder Profession im AKTS ihre Fachlichkeit und erlaubt gleichzeitig Kooperation bei überschneidenden Aufgaben. Ein gleichberechtigter und partnerschaftlicher fachlicher Dialog gestattet frühzeitige, an der jeweiligen Fachlichkeit orientierte und zielgerichtete Beratung im Interesse des Kindeswohls. Trennungswilligen Partnern wird bereits mit dem ersten Kontakt beim Anwalt, dem Jugendamt oder der Beratungsstelle vermittelt, dass trotz Trennung der Partnerschaft die Pflicht zur Kooperation als Vater und Mutter bleibt. Diese Grundhaltung in der juristischen Beratung und bei den Institutionen der Jugendhilfe macht den Eltern deutlich, dass zumindest die am juristischen Trennungsverfahren beteiligten Institutionen Kinder aus den Konflikten der Erwachsenen heraushalten.
Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten und Schulen sowie in kirchlichen Institutionen dienen einer begleitenden Information im sozialen Umfeld über die Situation von Kindern, deren Eltern sich trennen. Außerdem wird Einfluss auf die Meinungsbildung in Exekutive und Legislative genommen. Mit Betroffenenverbänden, interessierten Fachkollegen und Fachhochschulen für Sozialwesen besteht ein fachlicher Diskurs.
Klaus Fischer, Lebensberatung Cochem