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Fachkongress 12/2002

Gewalt gegen behinderte Kinder
-ein vernachlässigtes Thema im Kinderschutz?

Stuttgart 4. - 6. Dezember 2002


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Zur Person:
Abstract:
Marlies Winkelheide

Marlies Winkelheide, geb. 1948, Sozialwissenschaftlerin, Sozialwissenschaftlerin, Arbeit mit verhaltensauffälligen und autistischen Kindern, seit mehr als 25 Jahren im Bereich der Erwachsenenbildung tätig zur Begleitung von Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen, seit 20 Jahren Angebote für Geschwister von Kindern mit Behinderungen, Entwicklung eines eigenen Konzeptes für die Begleitung dieser Personengruppen, Autorin mehrer Bücher, Vortragstätigkeit, Lehraufträge an der Universität Bremen, freiberuflich tätig,
Nähere Informationen: www.Geschwisterkinder.de

Arbeitskreis: " Kleine Schwester, großes Biest" - Zur Situation von Geschwisterkindern

Das Thema des Workshops lehnt sich an den gleichnamigen Titel des Kinder- und Jugendbuches von Martha Heesen / Fischer 2002 ) an. Er steht stellvertretend für viele unterschiedliche Empfindungen von Geschwistern von Kindern mit Behinderung, die sich auf ihre eigene Weise mit dem Leben ihrer Brüder und Schwestern mit Behinderung auseinandersetzen müssen. Oft fehlt ihnen die Möglichkeit des Austausches mit anderen, die auch eine Unterstützung sein kann um sich selber besser zu verstehen und nicht allein zu sein.
Aussagen von Geschwistern wie in diesem Beispielen aufgeführt sind nicht selten:
"Ich bekomme immer die Schuld, wenn meine Schwester etwas kaputt macht, wenn ich aufpassen sollte. Meine Mutter weiß eigentlich ganz genau, dass Sarah Dinge einfach so kaputt macht und niemand sie daran hindern kann," sagt Markus, 11 Jahre.
" Wenn ich mir als Geschwisterkind ein Zeugnis geben könnte, bekäme ich in "mich nicht wehren können" ein sehr gut", sagt Florian, 12 Jahre, " aber danach fragt mich ja keiner."
"Meine Eltern glauben mit nicht, wenn ich sage, dass er - mein behinderter Bruder - das war. Und er nutzt das aus", beschwert sich Mareike, 9 Jahre.
"Ich bekomme nie die Bedeutung für meine Eltern, die mein behinderter Bruder hat."
Stefanie , 10 Jahre, seufzt.
Geschwister von Kindern mit Behinderung tragen Verantwortung in ihren Familien, oft mehr als in vergleichbaren Familien mit gleicher Kinderzahl. In der Regel tragen sie sie gern, wollen sie doch die Situation in ihren Familien mit den besonderen Herausforderungen mittragen. Sie lernen früh in ihrem Leben schon viele unterschiedliche Möglichkeiten von Leben kennen, stellen sich manche Fragen, die bedingt sind durch das Zusammenleben mit dem Bruder, der Schwester mit Behinderung. Manchmal kann das alles zu viel werden.
Und es gibt für sie wenig Möglichkeiten sich zu vermitteln, gerade auch in den Situationen, in denen "kleine Schwestern große Biester sein können."
Wo bleiben sie mit ihren ambivalenten Gefühlen? Wie können sie Ausdruck finden?
Daniel , 12 Jahre, sagt: " Ich schäme mich, wenn ich ihr eine gescheuert habe. Sie kann ja nichts dafür, dass sie so ist wie sie ist."
Um ambivalente Gefühle, schwierige Lebenssituationen, Bewältigungsformen, Bearbeitungsmöglichkeiten im Leben von Geschwistern von Kindern mit Behinderungen geht es in diesem Workshop.