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Fachkongress 12/2002

Gewalt gegen behinderte Kinder
-ein vernachlässigtes Thema im Kinderschutz?

Stuttgart 4. - 6. Dezember 2002


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Zur Person:
Abstract:
Prof. Dr. Armin Sohns

Professor für Sozial- und Behindertenpädagogik mit dem Schwerpunkt "Frühförderung" an der Fachhochschule NeubrandenburgSeit 1998 Vorsitzender der "Vereinigung für interdisziplinäre Frühförderung - Ländervereinigung Nord e.V."

Vortrag: "Kinder in Notsituationen - im Spannungsfeld zwischen Rehabilitations-, Eingliederungs- und Jugendhilfe"

Das Risiko von Misshandlungen (einschließlich Vernachlässigung) ist bei Kindern mit einer (drohenden) Behinderung potenziell größer als bei anderen Kindern - sei es, dass seine Bezugspersonen den hohen Anforderungen nicht mehr gerecht werden können, sei es, dass desolate Lebensbedingungen eine Behinderung bei dem Kind erst provozieren. Mit veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungenm verändern sich auch die Anforderungen an die verschiedenen Früherkennungs- und Hilfesysteme, die z.T. eine hohe Fachlichkeit entwickelt haben. Die Praxis zeigt jedoch, dass die verschiedenen Systeme der Jugend- wie der Eingliederungshilfe und auch der medizinisch-therapeutischen Hilfen untereinander wenig kooperieren, ja oftmals kaum Kenntnis von den spezifischen Arbeitsweisen haben. Unterschiedliche rechtliche Grundlagen (u.a. KJHG, SGB V, BSHG) erschwerten in der Vergangenheit eine abgestimmte Hilfe. Das Rehabilitationsgesetz (SGB IX) will hier in einem historischen Schritt Akzente setzen, insbesondere bei kleinen Kindern und seinen Familien. Die praktische Ausgestaltung gestaltet sich jedoch äußerst schwierig.
Ausgehend von einer genauen Analyse sich verändernder Lebensbedingungen und "Auffälligkeiten" bei Kindern und Jugendlichen bei gilt es, fachliche Anforderungen (weiter) zu entwickeln und verbindlich zu verankern. Dabei ist die Frage zentral, wo Kooperationen sinnvoll und notwendig sind und wie eine fachliche Zusammenarbeit aussehen kann.