Prof. Dr. Klaus Hennicke
Klaus Hennicke, geb. 1945; verheiratet, 2 Kinder. Diplomsoziologe; Dr. med., Facharzt für Kinder-, Jugendpsychiatrie und -psychotherapie; Familientherapeut. Langjährige Tätigkeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in der Behinderten- und Jugendhilfe. Leiter des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes des Bezirks Spandau von Berlin. Prof. für Soziale Medizin an der Ev. Fachhochschule Bochum.
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Vortrag: "Anpassungsstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen bei Menschen mit geistiger Behinderung"
Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (einschl. der sog. Posttraumatischen Belastungsstörungen) sind in der Internationalen Krankheitsklassifikation für psychische Störungen (ICD-10) definierte Störungsbilder, die auch bei Menschen mit geistiger Behinderung diagnostiziert werden können. Nach der Darstellung der Symptomatik einschließlich des Versuchs, deren Modifikationen bei behinderten Menschen mit unterschiedlichen Schweregraden herauszuarbeiten, werden die diagnostischen Probleme diskutiert, ohne deren zuverlässige Bewältigung das weitere therapeutische Vorgehen fragwürdig bleibt. Eine kinder- und jugendpsychiatrische Untersuchung sollte in angemessener Form bei jedem Verdacht einer Gewalt- und Mißbrauchserfahrungen durchgeführt werden, um die unmittelbaren psychischen Folgen zu erkennen, einzuschätzen und zu behandeln sowie auch um das Risiko nach diesen Erfahrungen, eine tiefgreifende psychische Störung zu entwickeln, zu reduzieren. Nicht zuletzt geht es darum, die schädlichen Folgen des traumatischen Ereignisses in einem Strafverfahren beweisfähig zu machen.
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