Die Kinderschutz-Zentren:
Kids sind keine Blitzableiter
Kinder brauchen Aufmerksamkeit, Verständnis und Zuwendung. Schläge, Unterdrückung und Liebesentzug sind keine Lösung. Für die Kinderschutz-Zentren steht darum das Engagement für ein gewaltfreies Miteinander im Elternhaus an erster Stelle der Arbeit, die täglich geleistet wird.
In Deutschland wird in diesem Jahr eine Gesetzesänderung dazu führen, dass Kinder von ihren Eltern ohne Gewalt erzogen werden müssen. Die Kinderschutz-Zentren unterstützen dies ausdrücklich. Sie wissen aber aus ihrer Praxis, dass eine Erziehung ohne Gewalt nicht alleine durch Veränderung von Gesetzesparagraphen möglich wird. Familien, die sich mit der Bitte um Hilfe an die Kinderschutz-Zentren wenden, haben in der Regel bereits über einen längeren Zeitraum hinweg massive Probleme mit ihren Kindern.
Allerdings sind die Ursachen familialer Gewalt nicht nur bei den betroffenen Familien selbst zu suchen, sondern auch außerhalb in den Wirkungen gesellschaftlicher Strukturen und Verhältnisse. Wirkungsvolle Kinderschutzarbeit darf also nicht bei Hilfsangeboten für Familien und Kinder stehen bleiben, sondern muss auch versuchen, gesellschaftliche Prozesse der Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt zu fördern bzw. in sie einzugreifen.
Im Rahmen präventiver Kinderschutzarbeit gilt es, Risikofaktoren oder Warnsignale frühzeitig zu erkennen und den Familien geeignete Hilfestellungen anzubieten.
Mit der Gesetzesänderung werden sich allerdings die praktizierten Erziehungsstile nicht von allein ändern. Eher ist davon auszugehen, dass Eltern verunsichert und ratlos sind. Gewaltfreie Erziehung wird sich nur realisieren lassen, wenn es gelingt, Öffentlichkeit, Institutionen und Eltern für die neuen Realitäten zu sensibilisieren und die Veränderungen erlebbar zu machen.
Sportlerinnen und Sportler des "Team Kunststoff - Sydney 2000" und der Verband Kunststofferzeugende Industrie (VKE) unterstützen die Kinderschutz-Zentren bei ihrer Kampagne. Schließen auch Sie sich an, indem Sie den Aufruf der Kinderschutz-Zentren unterschreiben und sich aktiv an der Kampagne "Kids sind keine Blitzableiter" beteiligen.
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Bundespräsident Johannes Rau und Irene Johns,
Leiterin des Kinderschutz-Zentrums Kiel |
Elemente der Kampagne
- Unterschriftenaktion / TestimonialsPersönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft, Kultur und Politik werden angesprochen, sich für gewaltfreie Erziehung einzusetzen. Diese Aktion startet im Januar auf der boot 2000. Sie hat appellativen Charakter und macht deutlich, wer sich für eine Erziehung ohne Gewalt einsetzt.
- Aktion 2001: Tipps zur gewaltfreien ErziehungPersönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft, Kultur und Politik geben aus Elternsicht Tipps für eine gewaltfreie Erziehung. Diese Tipps werden auf der Internetseite der Kinderschutz-Zentren und als Poster der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
- Wettbewerb für Kinder
- Zentrale Fachkongresse
- Fachtagungen für Multiplikatoren; Eventveranstaltung mit Vertretern aus der Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur; Veranstaltung zusammen mit dem VKE und Sportlern, die sich an Multiplikatoren, aber auch Vertreter der Verbände richtet.
- Anzeigen
- Im Rahmen der Kampagne werden drei "Sozialbriefmarken" entwickelt, die bundesweit der deutschen Presse zur Verfügung gestellt werden. Mit diesen Briefmarken soll über das Problem "Gewaltfrei Erziehen?" aber wie?" informiert werden. Ferner soll über diese Aktion auf den bundesweiten Aktionstag der Kinderschutz-Zentren hingewiesen werden.
- Bundesweiter Aktionstag der Kinderschutz-Zentren
- Kinderschutz-Zentren schalten bundesweit Hotlines zum Thema: "Wie kann ich mein Kind gewaltfrei erziehen?"
- Aktionsleitfaden: "Gewaltfrei erziehen aber wie?"
- Dieser Aktionsleitfaden setzt sich zusammen aus Leaflets, die Tipps für einen gewaltfreien Erziehungsalltag zur Verfügung stellen; Ratgeber "Recht" für Eltern: "Was erwartet mich nach der Gesetzesänderung?", Anti-Stressführer im Erziehungsalltag, Ratgeber: "Wann kann ich mich an eine Hilfeeinrichtung wenden - was erwartet mich dort?"
- Informationspool über den Bereich der neuen Medien
- Die Kampagne wird durch Diskussionsforen und Informationsseiten im Internet unter www.kinderschutz-zentren.org begleitet.
- Zielgruppe und Dauer, Spendenaufruf
- Junge Eltern und Kinder, Erzieherinnen und Erzieher, ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Institutionen, Verbänden und Vereinen. Die Kampagne beginnt im Frühjahr 2000 und soll bis Dezember 2001 fortgeführt werden. Zum Abschluss wird ein Praxismarkt die Ergebnisse der Kampagne einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Kinderschutz braucht ihre Unterstützung. Eine erfolgreiche Kampagne benötigt immer finanzielle Mittel. Die Kinderschutz-Zentren sind ein gemeinnützig anerkannter Verein.
- Träger der Aktion und Unterstützer
- Träger der Aktion sind die Kinderschutz-Zentren e.V. Sie wird unterstützt vom Verband Kunststofferzeugende Industrie sowie von Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmern des Deutschen Ruder Verbandes, des Deutschen Kanuverbandes und des Deutschen Segler Verbandes aus dem "Team Kunststoff - Sydney 2000".
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