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Pilot-Projekt mit landesweiter Bedeutung

Info-Kampagne: Mach' daraus kein Geheimnis!

Erstmalig kooperieren das Kieler Kinderschutz-Zentrum, die Kieler Frauenberatungsstelle Lerche und das Kieler Frauenhaus zum Schutz von Kindern vor häuslicher Gewalt

20 Prozent aller Kinder in Deutschland sind Opfer familiärer und häuslicher Gewalt. Besonders schwierig ist es für sie, dass sie oftmals hilflos zusehen müssen, wie ihre Mütter Opfer in Partnergewalt werden. So stehen viele von Gewalt betroffene Kinder allein vor ihren Ängsten und Nöten, denn auch ihre Mütter fühlen sich ohnmächtig.

In Kiel haben sich jetzt auf Initiative der Frauenberatungsstelle Die Lerche das Kinderschutz Zentrum, das Frauenhaus und die Lerche zusammengeschlossen, um erstmalig gemeinsan Kindern und Müttern, die Opfer familiärer Gewalt sind, Hilfe anzubieten. Den drei Hilfsinstitutionen ist dabei der Schutz der Kinder das besondere Anliegen.

"Kinder aus Familien, in denen der Vater gewalttätig ist, lernen, dass Gewalt eine Art Familiengeheimnis ist, über das man nicht redet", erläutert Okka Warmeck von der Frauenberatungsstelle Die Lerche das Grundproblem. "Wir wollen den Kindern vermitteln, dass sie nicht die einzigen Kinder sind, die familiäre Gewalt erleben. Wir suchen den Kontakt mit Schulen, um die Kinder über unser Hilfs-Angebot der Kinder- und Jugendtelefone zu informieren", ergänzt Irene Johns, Leiterin des Kinderschutz-Zentrums Kiel, zu dem Konzept für das die drei Institutionen Unterrichtseinheiten vorbereitet haben.

Parallel dazu werden auch spezielle Flyer im gesamten Einzugsbereich des Kieler Kinder- um Jugendtelefons in Schulen, Stadtbüchereien und anderen Ämtern ausgelegt. So erreicht das Kieler Pilot-Projekt Kinder und Jugendliche in zwei Dritteln des Landes Schleswig-Holstein, von Kiel mit seinen Umlandgemeinden, den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde, der Westküste bis zur dänischen Grenze. Die Kinder- und Jugendtelefone leisten niedrigschwellige Hilfe, denn die anrufenden Kinder und Jugendlichen bleiben anonym. Die von Gewalt betroffenen Kinder finden bei den Beraterinnen und Beratern des Kieler Kinder- um Jugendtelefons ein offenes Ohr für ihre Ängste, hier brechen sie oftmals zum ersten Mal ihr Schweigen über das erfahrenes Leid.

"Wir streben in ganz Schleswig-Holstein derartige Kooperationen zwischen lokalen Kinderschutz-Einrichtungen, Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern an", gibt Irene Johns als Ziel an. " Wir wollen die häusliche Gewalt enttabuisieren. Die Comiczeichnung und der einfache Text in deutscher und türkischer Sprache des Flyers sprechen die Kinder direkt an und ermutigen sie, das Schweigen zu brechen", sagt Okka Wormeck.

Nach der sechsmonatigen Probephase des Kieler Pilot-Projekts werten die drei Institutionen die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Anstrengungen, den Schutz der Kinder vor häuslicher Gewalt zu verbessern, aus und stellen sie der Öffentlichkeit vor.

Die Info-Kampagne Mach' daraus kein Geheimnis" startete am 7. Oktober 2002. Je eine Mitarbeiterin des Kieler Kinderschutz-Zentrums und des Frauenhauses besuchen ab 7. Oktober die ersten Kieler Schulklassen. "Ab dem 7. Oktober legen wir die Flyer aus. Wir beginnen bewusst direkt vor den Herbstferien, stellen Ferien doch für manche Kinder ein Ansprache-Vakuum dar" , erklärt Irene Johns zum Auftakt der Kampagne.

Ansprechpartnerinnen sind für das Kinderschutz-Zentrum Kiel Irene Johns und für die Frauenberatungsstelle Die Lerche sowie das Frauenhaus Okka Wormeck.

Kinderschutz-Zentrum Kiel
Zastrowstraße 12, 24114 Kiel, Telefon (04 31) 1 2218-0,
E-Mail: Kinderschutz-Zentrum-Kiel@gmx.de
Bürozeiten: werktags 9 bis 16 Uhr

Frauenberatungsstelle Die Lerche
Telefon 0431 -675478,
E-Mai: beratungsstellelerche@t-online.de

Kinder- und Jugendtelefon
Kostenlose Telefonnummer: 0800-111 0333,
montags bis freitags 15 bis 18 Uhr,
sonnabends 15 bis 19 Uhr mit Beratung von Jugendlichen

Elterntelefon
Kostenlose Telefonnummer: 0 800-111 0 550 ,
montags, mittwochs 9 bis 11 Uhr und
dienstags, donnerstags 17 bis 19 Uhr.