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Fachkongress 1/2008
„In Beziehung kommen... ”—Kindeswohlgefährdung als Herausforderung zur Gemeinsamkeit
Fachkongress für Fachkräfte aus der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen

4. - 5. April 2008 in Düsseldorf


Aktualität des Tagungsthemas
„In Beziehung kommen …” ist nicht nur wichtig im Verhältnis von Arzt/ärztin und Patient/in sowie Helfer/in und Klient/in, sondern auch für die Arbeit der beiden wichtigen Systeme Gesundheitswesen und Jugendhilfe. Es gilt insbesondere, da die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, dass nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit fehlenden Strukturen, Kommunikationswegen und Qualitätsstandards Kinder zu Tode gekommen sind.

Für MedizinerInnen, PsychologInnen, PädagogInnen und SozialarbeiterInnen stellt die Sicherung des Kindeswohls in schwierigen Fällen immer eine Gratwanderung und Herausforderung dar. Diese erfolgreich auszubalancieren zwischen Hilfe und Kontrolle, Meldung und Datenschutz, Kindeswohl und Elternrecht, Zugang und Beziehungsabbruch ist die Verantwortung der helfenden Berufe.

Dazu müssen aus Sicht der Kinderschutz–Zentren belastbare Kooperations– und Netzwerkstrukturen entwickelt werden, die kurzfristig und ohne Umwege greifen, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. So ist es die gemeinsame Aufgabe zu verhindern, dass trotz zweier leistungsstarker Hilfesysteme in unserer Gesellschaft immer wieder Kinder durch das Hilfenetz fallen. Dies macht deutlich, dass Kinderschutz nicht eindimensional zu verwirklichen ist. Die Kompetenzen des jeweils anderen Systems müssen anerkannt und für die eigene Arbeit genutzt werden.

Fragestellungen
Bei dem Kongress geht es um die Frage der Struktur– und Prozessqualität in der gemeinsamen Arbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen in Fällen von Kindeswohlgefährdung. Was sind die Voraussetzungen und Bedingungen für eine gelingende Kooperation der verschiedenen Institutionen aus Gesundheitswesen und Jugendhilfe? Welche Vernetzungsstrukturen sind notwendig, um einen wirkungsvollen Kinderschutz zu leisten? Wie müssen Hilfeangebote aussehen, die Kinder schützen und Familien in schwierigen Lebenssituationen unterstützen? Welche präventiven Angebote und Projekte haben sich in der Praxis bewährt?

Inhalte
Anhand einer systemischen Betrachtung der beiden Systeme und einer „Fehleranalyse“ soll diesen Fragen nachgegangen werden. Dazu gehört auch die Thematisierung von Datenschutz und Schweigepflicht. Ein weiteres zentrales Thema ist die Diagnostik: Woran erkennt man Kindeswohlgefährdung und welche Interventionen müssen erfolgen? Ein familiensystemischer Blick soll auf die Beziehungsstrukturen in belasteten Familiensituationen gerichtet werden, damit erfahrbar wird, wie Hilfen und Interventionen zum Wohle der Kinder, aber auch zur Unterstützung der Familien, wirksam sein können.
In den Workshops werden erfolgreiche Kooperationsprojekte beispielhaft vorgestellt und zentrale Themenschwerpunkte an der Schnittstelle von Gesundheitswesen und Jugendhilfe erarbeitet. Entwicklungspsychologische und medizinische Kenntnisse werden vermittelt, praktische Erfahrungen aus verschiedenen Arbeitsbereichen nachvollziehbar gemacht.

Adressaten
Der Kongress richtet sich an KinderärztInnen, GynäkologInnen, Hebammen und Kinderkrankenschwestern im Gesundheitswesen, sowie an PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen und ErzieherInnen in der Jugendhilfe, die in ihrer Praxis mit Fällen von Kindeswohlgefährdung konfrontiert werden.

Inhaltliche Vorbereitung
Der Fachkongress wurde inhaltlich konzipiert in Kooperation zwischen der ärztlichen Kinderschutzambulanz des Evangelischen Krankenhauses in Düsseldorf und den Kinderschutz–Zentren.

Förderung
Der Fachkongress wird im Rahmen des Projekts „Qualifizierung von Kooperations– und Netzwerkstrukturen im Kinderschutz” durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.


Im Zusammenhang mit dem Aktionsprogramm des Bundesministeriums "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" betreiben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in gemeinsamer Trägerschaft das multiprofessionelle "Nationale Zentrum Frühe Hilfen" mit dem Ziel, Risiken früher und effektiver zu erkennen und adäquate Hilfen bereitzustellen. Nähere Informationen dazu finden Sie im Internet unter http://www.fruehehilfen.de.

Programm

Freitag, 04. April 2004
Grußwort
14.00 Uhr Dr. med. Eberhard Motzkau, Leiter der ärztlichen Kinderschutzambulanz Düsseldorf
Arthur Kröhnert, Bundesgeschäftsführer Die Kinderschutz–Zentren, Köln

 
Eröffnungsvortrag
  Impulse auf Bundes- und Länderebene zum besseren Schutz gefährdeter Kinder
Karl-Heinz Struzyna, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 
Vortrag 1
14.30- 15.15Uhr Vom Mythos zur Realität – Die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitswesen optimieren!
Dr. Mike Seckinger, Deutsches Jugendinstitut München
 
Forum 1
15.30 - 17.00 Uhr Fehlermanagement – Fehleranalyse
Gesundheitswesen und Jugendhilfe im Kontakt ? eine systemische Betrachtung

Prof. Dr. Heiko Kleve, Fachhochschule Potsdam
Prof. Dr. Johannes Korporal, Alice Salomon Fachhochschule Berlin
Moderation: Arthur Kröhnert, Bundesgeschäftsführer Die Kinderschutz–Zentren, Köln
 
Workshops
15.30 - 17.00 Uhr 1. Bindung sehen – Entwicklung verstehen – Die Bedeutung der Bindung für die kindliche Entwicklung
Dipl.–Päd. Margit Standke, ärztliche Kinderschutzambulanz Düsseldorf
 
2. Klinischer Behandlungspfad der Bonner KinderSchutzGruppe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
Dr. med. Ingo Franke, Zentrum für Kinderheilkunde, Universitätsklinikum Bonn
 
3. „... jetzt mach' ich mir meine eigene Familie! ” – Beziehungsorientierte Arbeit mit Teenager–Müttern
Korinna Bächer, Kinderärztin, Kinderschutz–Zentrum Köln
 
4. Psychisch kranke Eltern – Auswirkungen auf die Eltern–Kind–Beziehung und die Entwicklung des Kindes
Dr. med. Michael Hipp, Sozialpsychiatrischer Dienst, Hilden
 
5. Münchhausen by proxy-Syndrom – Diagnose und Intervention
PD Dr. phil. Meinolf Noeker, Zentrum für Kinderheilkunde, Universitätsklinikum Bonn
 
Vortrag 2
17.15 - 18.00 Uhr „Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen? ”
Medizinischer Schutzauftrag in Kindheit und Jugend

Dr. med. Thorsten Wygold, Kinderkrankenhaus a. d. Bult, Hannover
 

Samstag, 05. April 2008
Vortrag 3
10.00 - 10.45 Uhr Familiendynamik bei Kindeswohlgefährdung
Dipl.–Päd. Birgit Köppe–Gaisendrees, ärztliche Beratungsstelle Bergisch Land e.V. am Sana Klinikum Remscheid
 
Forum 2
11.00 - 13.00 Uhr Medizinische und sozialpädagogische Diagnostik von Kindeswohlgefährdung – erkennen und handeln
Dr. med. Thorsten Wygold, Kinderkrankenhaus a. d. Bult, Hannover
Prof. Dr. Christian Schrapper, Universität Koblenz–Landau
Moderation: Prof. Dr. med. Susanne Schweitzer–Krantz, Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf
 
Workshops
11.00 - 13.00 Uhr 6. Den Fuß in der Tür – und dann? – Kooperation von Hebammen mit der Kinder– und Jugendhilfe
Eva Schneider, Hebamme, Dipl.–Berufspädagogin
Natalis–Projekte Nümbrecht  
7. Das Präventionsprojekt "Zukunft für Kinder in Düsseldorf – Hilfen für Kinder und Familien in Risikolagen“
Peter Lukasczyk, Abteilungsleiter Soziale Dienste, Jugendamt Düsseldorf
Wilhelm Pöllen, Abteilungsleiter im Gesundheitsamt Düsseldorf für den Bereich Gesundheitshilfe und Rehabilitation
 
8. „Niederlausitzer Netzwerk gesunde Kinder”
Solveig Reinisch, Projektkoordinatorin Kinderklinik Niederlausitz, Senftenberg
 

9. Koordinierung frühpräventiver Angebote im Kalker Netzwerk für Familien
Dipl.–Päd. Carolin Kotthaus,

Dipl.–Sozpäd. Alexandra Birkle, Kalker Netzwerk für Familien, Köln
 

10. Pädiatrische Psychosomatik in der Klinik – Ganzheitliche Medizin bei Säuglingen und Kleinkindern mit psychosomatischen Erkrankungen
Dipl–Psych. Dietmar Langer, Kinder– und Jugendklinik Gelsenkirchen
 
Mittagspause
13.00 - 14.00 Uhr
Forum 3
14.00 - 16.00 Uhr Datenschutz für Kinderschutz? – Zwischen Respekt und Sicherheit
Lydia Ohlemann, Juristin, Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. (DIJuF)
Dr. Andreas Bell, Erzbistum Köln – Generalvikariat
Moderation: Dipl–Psych. Jessika Kuehn–Velten, ärztliche Kinderschutzambulanz Düsseldorf  
Workshops
14.00 - 16.00 Uhr 11. Defizite bei gesundheitlicher und psychosozialer Versorgung von sozial benachteiligten Familien
Prof. Dr. med. Susanne Schweitzer–Krantz, Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf
 
12. Drogenabhängige Eltern und ihre Kinder – Erfahrungen aus der Klinik
Dr. med. Rainer Odendahl, Klinik für Kinder– und Jugendmedizin Universitätsklinikum Schleswig–Holstein
 
13. Beziehungsanalytische Fragen zu ADHS, der kindlichen Unruhe und den Sorgen Erwachsener
Dr. phil. Ute Benz, Berliner Arbeitskreis für Beziehungsanalyse e. V., Berlin
 
14. Neue Qualitätskriterien für Vorsorgeuntersuchungen im Kindes– und Jugendalter
Dr. med. Hermann Josef Kahl, Berufsverband der Kinder– und Jugendärzte, Kinder– und Jugendarzt, Kinderkardiologe, Düsseldorf
 
15. Entwicklungspsychologische Beratung für Babys, Kleinkinder und Eltern in schwierigen Situationen
Dr. phil. Diplompsychologin Mauri Fries, Martha-Muchow-Institut, Borsdorf/Leipzig
 
Vortrag 4
14.00 - 16.00 Uhr Zwischen Belastung und Bewältigung – Risiken und Kompetenzen in belasteten Familien
Dr. med. Ursula Kirsch, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes– und Jugendalters, Bedburg–Hau
 
Der Veranstalter weist darauf hin, dass Programmänderungen möglich sind.

Veranstalter


Die Kinderschutz-Zentren
Bonner Str. 147
50968 Köln
Tel: 0221 / 569753
Fax: 0221 / 5697550
E-Mail: die@kinderschutz-zentren.org

In Zusammenarbeit mit:

Ärztliche KinderschutzAmbulanz am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf
Kronenstr. 38
40217 Düsseldorf
Internet: www.kinderschutzambulanz.de

Förderung
Der Kongress wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Tagungsort
Heinrich–Heine–Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf

Zertifizierung
Die Zertifizierung des Fachkongresses ist bei der Nordrheinischen Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung beantragt.

Tagungsbeitrag
Der Tagungsbeitrag beinhaltet am 1. Kongresstag die Tagungsgetränke und am 2. Kongresstag die Tagungsgetränke und die Mittagsverpflegung.

Teilnehmergebühr € 95,00 (Online-Anmeldung, inkl. 20,00 € Verpflegungspauschale)
€ 100,00 (Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung , inkl. 20,00 € Verpflegungspauschale)
Tagesteilnahme 4.4.2008 € 37,50 (Online-Anmeldung, inkl. 7,50 € Verpflegungspauschale)
€ 42,50 (Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung, inkl. 7,50 € Verpflegungspauschale )
Tagesteilnahme 5.4.2008 € 62,50 (Online-Anmeldung, inkl. 12,50 € Verpflegungspauschale)
€ 67,50 (Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung, inkl. 12,50 € Verpflegungspauschale )
Bei Abmeldungen bis zu 14 Tagen vor Beginn des Kongresses berechnen wie eine Verwaltungsgebühr von
€ 20,00. Bei späteren Abmeldungen muss der volle Teilnehmerpreis gezahlt werden.

Weitere Informationen
Unter der Adresse http://www.kinderschutz-zentren.org/duesseldorf werden wir Sie über die Zertifizierung und die Anfahrt zum Tagungsort informieren.

Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00, Kto.-Nr. 7 086 700