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Fachkongress 5/2007

Kindeswohlgefährdung durch sexuelle Gewalt
Fallverstehen, Schutzauftrag und interdisziplinäres Zusammenwirken

15. - 16. Mai 2007 in Mainz


Vorwort
Hilfen und Schutzmaßnahmen bei sexueller Gewalt erfolgen oft unter erschwerten Bedingungen. Denn kaum ein anderes Thema führt in der Öffentlichkeit aber auch in der fachlichen Auseinandersetzung zu so kontroversen und emotionalisierten Positionen wie sexuelle Gewalt gegen Kinder.
Im schwierigen Kontakt im Konflikt um das Kindeswohl sind eine fundierte Fachlichkeit und eine reflektierte und besonnene Haltung die zentrale Anforderung an die beteiligten HelferInnen.

Aktualität des Tagungsthemas
Mit der Weiterentwicklung des SGB VIII sind durch den novellierten Schutzauftrag die Aufgaben des Jugendamtes und der freien Träger bei Risiken der Kindeswohlgefährdung konkretisiert worden.
Damit ist ein gesetzlicher Rahmen für die weitere Verfachlichung im Spektrum Wahrnehmung und Einschätzung von Gefährdungsrisiken, geeignete und notwendige Hilfen und Kooperation, geschaffen.
Allerdings entsteht auch Informations- und Klärungsbedarf z.B. hinsichtlich der Befürchtung, dass Zugänge erschwert werden könnten, der Frage der Beteiligung der betroffenen Kinder und ihrer Eltern bei der Gefährdungseinschätzung, insbesondere wenn ein Elternteil unter Verdacht steht, und dem Verhältnis von Vertrauensschutz und Informationspflicht.
Damit befinden wir uns bei zentralen Konfliktthemen im Hilfealltag der Jugendhilfe bei sexueller Gewalt.

Ziele
Die Tagung will Fachwissen vertiefen und multiperspektivisches Fallverstehen unterstützen sowie Hilfe- und Entscheidungskompetenzen stärken.
Es soll Raum für Austausch, fallgeleitetes Arbeiten und Methodentransfer geben.
Rechtliche und kooperative Aspekte sollen besonders beleuchtet werden.
Die Tagung will ermutigen, voneinander zu lernen und die eigene Arbeitspraxis zu hinterfragen.

Inhalte der Tagung sind:
Grundlagen
In der Arbeit mit sexuell missbrauchten Kindern und ihren Bezugspersonen spielen Abwehr, Vieldeutigkeit, Unsicherheit und Angst vor Fachfehlern eine große Rolle. Oftmals überträgt sich die Zerrissenheit der Betroffenen ins Helfersystem und umgekehrt. Welche Haltung und Kompetenzen unterstützen den Zugang zu Hilfen? Welche Erwartungen kann die Diagnostik erfüllen, welche nicht? Wie kann mit Kindern und Eltern über schwierige Themen kommuniziert werden? Was schützt vor falscher Entscheidung und vor allem, was hilft Kindern, die Folgen sexueller Gewalt zu bewältigen und Entwicklungschancen wieder aufzugreifen?

Rechtliche Aspekte
Welche Anforderungen stellt das Recht an die Fachkräfte der Jugendhilfe und wie können die Träger dazu beitragen, dass die Fachkräfte selbst gut unterstützt und geschützt sind, um betroffenen Kindern und ihren Familien angemessen zu helfen?

Kooperative Aspekte
Wie können die kooperativen Herausforderungen des § 8a qualitativ umgesetzt werden? Muss die Jugendhilfe beweglicher und offener für interdisziplinäre Zusammenarbeit werden? Wie viel Vernetzung braucht der Kinderschutz?

Die Mainzer Kinderschutzgespräche fördern den praxisorientierten und kinderschutzpolitischen Austausch zwischen öffentlicher und freier Jugendhilfe. Die gemeinsame Auseinandersetzung der TeilnehmerInnen zu Fragen rund um den § 8a und sexuelle Gewalt gibt Denkanstöße und regt neue Sichtweisen an.


Programm

Dienstag, 16. Mai 2007
Begrüßung/Einleitung
09.30 - 10.00 Uhr Monika Weber-Hornig
Vorstand Die Kinderschutz-Zentren

 
Vorträge
10.00 - 11.00 Uhr Sexuelle Gewalt und Schutzauftrag - Fallverstehen und Irritation
Dr. Elke Nowotny, Kinderschutz-Zentrum Berlin
|zur Person/Abstract|
 
11.00 - 12.00 Uhr Medizinische Diagnostik bei sexueller Kindesmisshandlung - Möglichkeiten und Grenzen
Dr. med. Sibylle Banaschak, Institut für Rechtsmedizin Köln
|zur Person/Abstract|
 
12.00 - 14.00 Uhr Mittagspause
 
Vortrag
14.00 - 15.00 Uhr Entscheiden bei Missbrauchsverdacht - Risiken und Fehlerquellen
Prof. Dr. Harry Dettenborn, Berlin
|zur Person/Abstract|
 
15.00 - 15.45 Uhr Pause
 
Mainzer Kinderschutzgespräche
15.45 - 17.00 Uhr Moderierte Arbeitskreise
Mit spezifischen Fragestellungen zum Thema sexuell Gewalt und Kindeswohlgefährdung
|Abstract|

Präsentation
Im Foyer werden die Beiträge präsentiert.
Ergebnisse werden digitalisiert und allen TeilnehmerInnen per e-Mail zugesandt.
Vortrag
17.00 - 18.00 Uhr Die richtigen Worte finden: Umgang mit Sexualität und Gewalt
Lucyna Wronska, Kind im Zentrum, Berlin (angefragt)
|zur Person/Abstract|

Mittwoch, 16. Mai 2007

Vortrag
09.30 - 10.30 Uhr …und plötzlich ist es Thema!Sexuelle Gewalt in Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe
Prof. Dr. phil. Mechthild Wolff, Fachhochschule Landshut
|zur Person/Abstract|
 
Workshops
10.45 - 12.45 Uhr
  1. Kollegiale Fachberatung für KollegInnen der Jugendhilfe
    Methoden und Übungen, Arbeit mit Fallbeispielen
    Dr. Elke Nowotny, Kinderschutz-Zentrum Berlin
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  2. Elterngespräche bei sexueller Gewalt
    Methoden und Übungen
    Lucyna Wronska, Kind im Zentrum, Berlin
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  3. Sachlichkeit statt Polarisierung - die Haltung der HelferInnen
    Methoden und Übungen, Arbeit mit Fallbeispielen
    Helga Willmann, Kinderschutz-Zentrum Hannover
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  4. Zugänge zu Kindern (er)finden
    Methoden und Übungen
    Nina Ruse, Kinderschutz-Zentrum Mainz
    |zur Person/Abstract|
  5. Multiprofessionelle Kooperation und rechtliche Aspekte
    Vertiefung von Fachwissen
    Asita Mahabadi, Ärztliche Kinderschutzambulanz Münster
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  6. Die Verantwortung des Jugendamtes bei sexueller Gewalt
    Vertiefung von Fachwissen, Arbeit mit Fallbeispielen
    Ulrike Friedrich-Graf, Stadtjugendamt München
    Marieluise Wagner, Sozialbürgerhaus Pasing/München
    |zu den Personen/Abstract|
  7. Professioneller Umgang mit Risiken in der Fallarbeit
    Vertiefung von Fachwissen, Arbeit mit Fallbeispielen
    Jürgen Pfitzner, Kinderschutz-Zentrum Köln
    |zur Person/Abstract|
13.00 - 14.15 Uhr Mittagspause
 
Vorträge
14.15 - 15.00 Uhr Familienarbeit: Die Arbeit an den Grenzen
Ingrid Kellermann, Stuttgarter Institut für Systemische Therapie, Beratung und Supervision
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15.15 - 16.00 Uhr Zwischen Traumatisierung und Resilienz - Sexuelle Gewalt und die Folgen
Dr. Andreas Richterich, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
|zur Person/Abstract|
 
16.00 - 16.30 Uhr Live Chat bei Kaffee & Kuchen
 
Der Veranstalter weist darauf hin, dass Programmänderungen möglich sind.

Veranstalter


Die Kinderschutz-Zentren
Bonner Str. 147
50968 Köln
Tel: 0221 / 569753
Fax: 0221 / 5697550
E-Mail: die@kinderschutz-zentren.org

Förderung
Der Kongress wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Tagungsort
Erbacher Hof
Akademie des Bistums Mainz
Grebenstr. 24-26
55116 Mainz
Tel.: 0 61 31/2 57-0 Fax: -514

Tagungsbeitrag
Der Tagungsbeitrag beinhaltet die Tagungsgebühr inkl. Vollverpflegung (Vormittags- und Nachmittagskaffee, sowie Mittagessen exkl. Zusatzgetränke). Es gibt eine begrenzte Möglichkeit, Zimmer im Erbacher Hof zu buchen.
Preis: 75 €(im EZ) inklusive Frühstück und Abendessen.
Teilnehmergebühr € 160,00(Online-Anmeldung)
€ 170,00(Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung)
Tagesteilnahme € 85,00(Online-Anmeldung)
€ 90,00(Post-/Fax-/E-Mail-Anmeldung)
StudentInnen 50 % Ermäßigung (nur bei Vorlage einer Studienbescheinigung)
Bei Abmeldungen bis zu 14 Tagen vor Beginn des Kongresses berechnen wie eine Verwaltungsgebühr von € 25,00. Bei späteren Abmeldungen muss der volle Teilnehmerpreis gezahlt werden.
Bei einer Zimmerstornierung müssen wir den vollen Zimmerpreis berechnen, sofern wir es nicht mehr weiter vermieten können

Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00, Kto.-Nr. 7 086 700
Stichwort: Mainz2007